Junos Phasen

Author: Olav Möhring (01.08.2008)

Der Summton des Telefons weckte mich. Schlaftrunken versuchte ich aufzustehen und schlug mir meine Stirn am oberen Bett an. Für einen Moment blitzten feurige Sonnen aus Schmerz in meinen Augen auf.
Verdammt Etagenbetten!
Ich tastete nach dem Lichtschalter, fand ihn schließlich und hastete in Richtung der Wand, an der das Telefon angebracht war.
"Hier Marshall", meldete ich mich.
"Leftenant Winters hier, Sergeant Major. Der CO hat mich gebeten, Sie darüber zu informieren, dass das dritte Bataillon in schwere Kampfhandlungen verwickelt wurde." Mein Schädel pochte im Rhythmus meines Pulsschlages. Ich fuhr mir mit der Hand über die Stirn und zuckte zusammen, als ich die schnell anschwellende Beule berührte, die mir der Kontakt mit dem Gitterrahmen des oberen Bettes beschert hatte.
"Sergeant Major, sind Sie noch da?"erkundigte sich die Stimme der kleinen Carol Winters aus dem Hörer.
"Entschuldigen Sie, Leftenant. Ich bin noch hier. Wie lange bis zum Eintreffen der ersten Mechs?"
Ich hörte an der Veränderung des Rauschens, das der Hörer von sich gab, wie sie die Hand über die Muschel legte, vermutlich um meine Frage an kundigere Stellen weiter zu leiten.
"Schätzungsweise 15 Minuten", antwortete sie mir schließlich.
"Ich bin auf dem Weg", versicherte ich ihr, bedankte mich und legte auf.
Ich zog mir die Stiefel an und warf mir etwas Wasser ins Gesicht. Ein Blick in den Spiegel zeigte die Beule auf meiner Stirn in zornigem Rot. Ich zog meinem Spiegelbild eine Grimasse und verließ mein Zimmer in Richtung Hangar.

Als ich die riesige Halle erreichte, waren einige meiner Leute bereits da, der Rest kam kurz nach mir. Keiner von ihnen sah so müde aus, wie ich mich fühlte. Vermutlich lag es daran, dass die meisten mindestens zwanzig Jahre jünger waren als ich.
Nemed kam auf mich zu, einen Compblock in der Hand. Als wachhabender Tech war es seine Aufgabe, mich zu informieren.
"Chief, das Regiment wird in allen Stadtsektoren angegriffen. Das Dritte hat sechs BS4, vier BS3 und acht BS2 gemeldet."
Beschädigungsstufen. Militärische Euphemismen. Sechs völlig zerstörte Mechs, vier nicht in der Lage, sich aus eigener Kraft zur Reparatur zu begeben und acht mit erheblichen Schäden und auf dem Weg zu Reparatur, zu uns.
Und bis zu sechs tote Piloten.
Ich schob den Gedanken beiseite. Für Schmerz und Trauer war später Zeit, nicht jetzt. Nicht jetzt!
Ich nickte Nemed meinen Dank zu und kletterte auf eine Kiste in der Nähe.
"In Ordnung, Leute", wandte ich mich an die versammelte Gruppe. "Ihr kennt die Prozeduren. Jeder von Euch weiß, was er zu tun hat."
Ich holte noch einmal tief Luft und verkündete freudlos: "Wir gehen auf Phase Zwo!"

Phase Zwo. Junos Phasen einer Schlacht aus der Sicht der Techs.
Phase Eins: Draußen begannen die Einheiten mit vorsichtiger Sondierung. Aufklärer trafen auf vereinzelten Feindkontakt. Einzelne Maschinen kamen zur Reparatur, und die Techs hatten genügend Zeit, sich ihnen nach aller Regel der Kunst zu widmen. Wenn die Mechs den Hangar wieder verließen, waren sie fast so gut wie neu.
Phase Zwo: Aus vorsichtigem Abtasten wurden echte Gefechte. Beide Seiten versuchten, den Gegner durch schiere Stärke zu Boden zu ringen. Viele Mechs kamen mit erheblichen Beschädigungen zurück, und die Techs hatten kaum genug Zeit, um sich allen zu widmen. Alles, was schnell ging, wurde gemacht, für langwierige Reparaturen war keine Zeit. Die Maschinen mussten zurück in die Schlacht. Kaum ein Mech, der die Hangars verließ, war voll einsatzfähig.
Phase Drei: Draußen stand es auf Messers Schneide. Die Mechs, die überhaupt zurück kamen, waren größtenteils Schrott, und es war die Aufgabe der Techs, sie mit Klebeband, Spucke und allem Einfallsreichtum in kürzester Zeit wieder so weit zu bringen, dass sie wieder da raus gehen konnten. Weil ein einzelnes einsatzbereites MG oder eine einzelne Salve Raketen den Ausschlag geben konnten. Weil unsere Seite schon zu viel geopfert hatte, um nicht zu gewinnen.
MasterTech Jack Juno hatte mir diese Einteilung vor fast vierzig Jahren beigebracht, als ich selbst noch ein grüner Astech und er der Cheftechniker des Regiments war. Jetzt hatte ich seinen Posten inne, vier Jahrzehnte waren vergangen, doch seine Worte hatten noch immer Gültigkeit:
In Phase Drei, mein Junge, offenbart sich volle Wahnsinn eines jeden Krieges. Gewöhn Dich an den Gedanken, dass Du wahrscheinlich keinen Mech und keinen Piloten, den Du in Phase Drei aus dem Hangar schickst, jemals lebend wieder siehst.
Nicht jede Schlacht erreichte Phase drei. In vierzig Jahren als Tech hatte ich glücklicherweise erst drei Mal die Bekanntschaft mit diesem Gespenst des Krieges machen müssen. Und wie bei jedem Einsatz betete ich im Stillen darum, dass uns allen Phase Drei erspart bleiben würde.

Bei den ersten Mechs hatten wir noch Glück. Bei Morrisons Hunchback hatte sich der Nachlademechanismus für die AK verklemmt, bei Vincentes Griffin – seltsame Duplizität der Ereignisse - ebenfalls, so dass wir zwei von acht Mechs binnen kürzester Zeit wieder flott hatten. Jeffersons Gruppe kümmerte sich um Morellis Locust, dessen Hüftaktivator den Geist aufgegeben hatte. Mancinis Awesome hatte beide Arme verloren. Ich wies Johnson an, den Torso abzudichten und Mancini ohne Arme wieder ´raus zu schicken.
Gwendelsons Catapult und Marquards Centurion waren Schrott, oder zumindest so gut wie, und es würde Wochen, wenn nicht Monate brauchen, um die Reste mit Ersatzteilen wieder einsatzfähig zu machen.
Wilsons Trebuchet hatte Schwierigkeiten mit der Steuerung des primären Kühlkreislaufes und McKendicks Stalker hatte sich einen Treffer an der Zielerfassung eingefangen. Beides Schäden, die die Mechs schwer behinderten, die meine Leute jedoch einfach reparieren konnten.
Als McKendrick seinen Mech aus dem Hangar steuerte, warteten schon die nächsten sechs Maschinen auf ihre Reparatur.

Zwölf Stunden und fast doppelt so viele hastige Feldreparaturen später kam der einzige Cyclops des Regiments in den Hangar gestampft, und ich wusste, dass unsere Leute da draußen in echten Schwierigkeiten waren. Der Mech gehörte Leftenant Colonel Mike Breska, Kommandeur des zweiten Bataillons. Breska führte seine Einheit gewöhnlich von Hinten und nutzte die überragenden Fähigkeiten des Cyclops als Befehlsfahrzeug zum größten Nutzen seiner Einheit. Es kam selten vor, dass er es für nötig sah, aktiv in den Kampf einzugreifen, und wenn er es tat, dann nur kurz. Der Leftenant Colonel war ein hervorragender Taktiker, der abseits der "heißen"Regionen einer Schlacht seiner Einheit am meisten nutzte.
Dass Breska einrücken musste, um sich reparieren zu lassen, sprach Bände.
Sie brauchten drei Mann, um ihn aus dem Cockpit zu holen. Der LC konnte sich kaum alleine auf den Beinen halten. Sein Gesicht war blutüberströmt von einer Platzwunde an der Stirn, außerdem war das darunter liegende Auge fast zugeschwollen.
Grendelson und Kirjac von den Sanis kümmerten sich sofort um ihn. Ich marschierte hinüber, weil ich wusste, dass er ein paar Worte mit mir wechseln wollen würde.
"Sie haben eine Gehirnerschütterung, Sir. Ich kann einen Bruch zwar nicht ausschließen, aber ich denke nicht, dass der Stoß ihnen den Schädel angeknackst hat, "meinte Grendelson nach einigen Momenten.
"Was ist mit meinem Mech", krächzte Breska. Die heisere Art zu sprechen war typisch für einen Piloten, der lange Zeit in einem rettungslos überhitzen Mech agiert hatte. Da draußen musste wirklich der Teufel los sein.
Ich warf einen Blick auf die Maschine und zuckte die Schultern.
"Da fehlen ungefähr 75 % der Panzerung. Die AK ist Schrott, der linke Arm fehlt und das Cockpit hat einen satten Treffer abbekommen. Die Com-Antennen sind weggeschmolzen. Mit ein wenig Glück kann ich dafür ein Provisorium installieren, die Lafetten wieder aufmunitionieren und Sie damit und dem verbliebenen Laser wieder `raus schicken, wenn es sein muss. Aber gerne würde ich es nicht tun."
Breska wendete seinen Kopf dem Med-Sergeanten zu und hatte sichtlich Mühe, seinen Blick zu fokussieren.
"Gebt mir irgendwas, damit ich klar werde. Klebt mir die Wunde zu. In zwanzig Minuten will ich wieder auf der Höhe sein."
Er blickte mich an.
"Vergessen Sie die LSR. Im Stadtgewühl kann man die ohnehin kaum einsetzen. Machen Sie, was Sie können. Sie haben zwanzig Minuten!"
Ich nickte und wandte mich ab. Zwanzig Minuten. Das reichte unter normalen Umständen nicht mal, um alle Schäden des Mechs auch nur aufzunehmen.
Ich bellte ein paar Anweisungen und wandte mich wieder Breska zu.
"Wie sieht es dort draußen aus, Sir?"fragte ich, während Grendelson eine Spritze aufzog und Kirjac ein dickes Kunsthaut-Patch auf die Stirnwunde des Offiziers klebte. Breska brauchte einen Moment, um mir zu antworten.
"Schlimm. Sehr schlimm, "war alles, was ich als Antwort bekam.
Ich machte mich wieder an die Arbeit.

In den zwanzig Minuten, in denen Breskas Cyclops notdürftig zusammen geschustert wurde, meldeten fünf weitere Piloten, dass Sie dringend zu Reparaturen einrücken müssten. Einen, die blutjunge Vicky DiCarlo, erwischten zwei Feindmaschinen, als sie mit einem zerstörten Hüftgelenk an einem und einem zerstörten Schenkelaktivator am anderen Bein durch die Stadt humpelte. Der Kontakt zu ihr brach ab, kurz nachdem sie einen Feuerfalke und eine Ballista der anderen Seite auf ihren Fersen gemeldet hatte. In ihrem Jenner hatte sie vermutlich nicht die Spur einer Chance gehabt.
Die vier Mechs, die uns erreichten, waren quasi Schrott. Keiner von ihnen war in absehbarer Zeit zu reparieren.
Und dann kam ein Corporal und rief mich ans Funkgerät.
"Der CO", waren seine einzigen Worte. Ich stülpte mir die Kopfhörer über, rückte das Micro zurecht und meldete Empfangsbereitschaft.
Die Funkzentrale schaltete den Colonell zu mir durch.
Das erste, was ich hörte, war das donnernde Wummern der Autokanone des Atlas. Offenbar hatte Colonell Garth Prince noch Munition für seine stärkste Waffe über.
Dann folgte ein ohrenbetäubendes Krachen und Jaulen. Dann erst meldete sich der CO des Regiments:
"Spiele hier gerade Verstecken mit einer Banshee und einem Urban Mech. Kann ein wenig rumpeln."
Dem Klang der nächsten Sekunde nach schoss der Colonell mit so ziemlich jedem Waffensystem, das sein Mech zur Verfügung hatte, eine Breitseite ab. Durch die Verschlüsselung des Funks erklang sein Triumphgeheul verzerrt und ein wenig gequält. Ich konnte mir in etwa ausmalen, in welche Höhen das Thermometer im Innern des Cockpits gerade schnellte.
"Der Mülleimer ist Geschichte. Die Ban dreht ab. Scheint es alleine nicht mit mir aufnehmen zu wollen."
Aus dem Triumph in seiner Stimme wurde unvermittelt bitterer Ernst.
"Marshall, wir kriegen hier draußen die Ärsche aufgerissen. Das Regiment ist versprengt, ich selbst habe bis vorhin noch Morrison an meiner Seite gehabt, aber den hat ein Griffin erwischt. Die Lage ist verdammt ernst. Wir können die Angelegenheit noch kippen, aber dazu brauche ich Mechs hier draußen."
Er machte eine Pause, in der ich hörte, wie er die Luft einsog und wusste, was er als nächstes sagen würde.
"Victor."Er nannte mich nie beim Vornamen. Außer in Situationen wie diesen, wenn er wusste, dass er mir etwas sagen musste, das ich nicht hören wollte.
"Victor, schicken Sie alles `raus, was irgendwie laufen kann. Jeder verdammte Mech kann entscheiden."
Ich stieß den Atem aus, den ich unwillkürlich angehalten hatte.
"Jawohl, Sir."Selbst ich hörte meine Enttäuschung und Wut aus meiner Stimme heraus. Nicht Wut auf Prince, sondern auf die Situation, auf den Angreifer, dessen Identität ich noch nicht einmal kannte – nicht, dass es mich wirklich interessiert hätte – und darauf, nun das Leben von Piloten und Maschinen in eigentlich unverantwortlicher Weise aufs Spiel setzen zu müssen.
Ein Knistern antwortete mir, dann noch einmal Prince:
"… Ban scheint einen Kumpel gefunden … haben. ..rodeur. Muss Schl… machen."
"Verstanden, Colonell. Viel Glück da draußen."
Ich schaltete ab und nahm die Kopfhörer ab. Dann stand ich auf. Es wurde Zeit, die guten Nachrichten weiter zu geben.
Ich griff zu meinem Handfunkgerät, mit dem ich Kontakt zu allen Techs hielt.
"Leute, Marshall spricht. Wir sind bei Phase Drei."
Verdammte Sauerei!

Die Schlacht nahm kein Ende, tobte weiter und weiter. Irgendwann drückte mir jemand eine Aufstellung in die Hand, nachdem das Regiment vermutlich 34 BS4 und 39 BS3 hatte. Rund 70 % Ausfälle. Da draußen waren nur noch rund vierzig Mechs auf unserer Seite. Und der Feind kam und kam.
Phase Drei. Die Hölle auf Erden.
Ich erinnere mich an Leftenant Jaro, deren Warhammer ohne Arme und fast völlig jeder Panzerung beraubt, mit schrecklichen Löchern im Torso in die Halle gewankt kam, weil die Munition der einzigen verbliebenen Waffe, eines MGs, verbraucht war. Wir munitionierten sie wieder auf und schickten sie wieder in die Schlacht. Ich erwartete, sie niemals wieder zu sehen, aber sie kam noch zwei Mal, immer um sich Munition zu holen. Dann kam sie nicht mehr.
Irgendwann hatte der Colonell dem Gegner unsere Aufgabe angeboten, doch das Angebot war abgelehnt worden. Dieser Angriff hatte das Ziel, das Regiment zu vernichten. Warum auch immer. Politik, nahm ich an.
Wir flickten und schweißten und luden nach. Wir nahmen Aufputschmittel und machten weiter, obwohl unsere Muskeln schmerzten, unsere Augen brannten und wir eigentlich nicht mehr konnten. Wir wurden unkonzentriert und das hatte seinen Preis. Nemed wurde unter einer abrutschenden Ladung Panzerung begraben und starb noch bevor ihn die Sanis wegbringen konnten. Wir machten weiter. Warum? Weil es keine Alternative gab. Unsere Leute kämpften und starben da draußen für uns, und weiter zu machen war das mindeste, was wir für sie tun konnten.
Ich sah Klinger, einen von den neuen Astechs, der unter normalen Bedingungen vielleicht Anreichungen hätte machen dürfen, bis zum Oberkörper im Torso eines Grashoppers stecken beim Versuch, zerfetzte Energiebahnen umzuleiten. Buchstäblich jeder aus dem Tech-Stab, ja sogar das Küchenpersonal packte mit an, so gut er konnte.

Unsere Leute zogen sich langsam auf die Verteidigungslinie zurück, den die Planetenmiliz in der Stadt eingerichtet hatte. Ich hoffte, dass die fast ausschließlich aus Infanterie bestehende Miliz den Gegner zumindest ein wenig würde bremsen können, aber es war ein vergebliches Hoffen. Firestarter und Hermes-II-Mechs überrollten die Miliz einfach.
Und dann kam der Moment, wo wir die Schlacht selbst hören konnten, so nah war sie an das Hauptquartier und den Hangar heran gerückt.
Niemand kam mehr zur Reparatur. Jeder Pilot wusste, worum es ging, und so blieben sie draußen, bis sie selbst oder der Mech den Geist aufgaben. Das Wissen darüber war hart, aber zumindest hatten wir so die Chance, an den Mechs zu arbeiten, die wir als nicht mehr schnell reparabel klassifiziert hatten.
Wir schafften es, das Gyroskop von Eversons Clint irgendwie wieder in Gang zu bekommen, den ein Glückstreffer am Anfang des Gefechts ausgeschaltet hatte. Es lief unrund und bescherte dem Mech einen schlingernden, gefährlich aussehenden Gang, aber immerhin war er einsatzbereit und noch gut gepanzert und voll bewaffnet. Everson, der seit Stunden mit uns geschuftet, Panzerung und Mun geschleppt hatte, schälte sich aus dem Overall, den er sich geborgt hatte, warf sich die Kühlweste über und kletterte am Gerüst empor ins Cockpit. Er winkte nicht, sagte kein Wort. Er rückte einfach ab, in einem schlingernden Mech zurück in das schlimmste Gefecht in der Geschichte des Regiments.

Manchmal reicht ein Mech aus, um eine Schlacht zu entscheiden.
Ob Everson seinen Reaktor absichtlich inmitten von vier feindlichen Sturmklasse-Maschinen zündete oder ob eine Munitionsexplosion die Abschirmung aufriss und der Reaktor aus diesem Grund explodierte, würden wir nie erfahren. Es gab keine Augenzeugen.
Sicher ist nur, die Explosion des Clint riss die vier anderen Maschinen mit sich.
Und ohne diese Vier gelang es dem Gegner nicht mehr, den Druck auf unsere Leute Aufrecht zu halten.
Sie wurden zurück gedrängt, Stück für Stück, all die vielen Kilometer, die sie in einem endlos erscheinenden Gefecht erkämpft hatten.
Schließlich machten sie kehrt und flohen.
Wir hatten gesiegt – falls man das so nennen konnte. Wir hatten noch vielleicht zwanzig Mechs, die sich irgendwie bewegen konnten. Wir hatten dreiundvierzig Piloten verloren, unter ihnen Everson, Jaro, Breska und viele andere, die ich wieder zurück ins Feld und damit in den Tod geschickt hatte.
Manchmal hasste ich meinen Job. Für einen Moment war ich kurz davor, alles hinzuschmeißen und die Einheit zu verlassen.
Aber dieser Job war der einzige, in dem ich gut war und der einzige, den ich wollte.
Ich schnappte mir einen Compblock und begann, Schichten einzuteilen und Listen aufzustellen. Überall in der Stadt lagen waidwunde oder zerstörte Mechs aller Gewichtsklassen, unsere und ihre.
Es würde lange dauern, alle zu sichten. In ein paar Monaten vielleicht würde das Regiment wieder seine volle Mech-Stärke haben. Aber Dreiundvierzig Mechpiloten und ein Tech würden nicht mehr dabei sein.

Das Regiment lebte noch. Nun galt es, es schnell wieder stark zu machen.